Georges Guynemer
Kommandeur Georges Guynemer, auch 'As des As' ('Ass der Asse') genannt
Foto: © L’Illustration, 1916
Georges Guynemer
Guynemer an Bord des Nieuport XB-Einsitzers. Achten Sie auf die Leine, mit dem er sein Lewis-Gewehr bedienen musste
Foto: © L’Illustration, 1916
Georges Guynemer
13. Mai 1916: Guynemer trägt die Fahne der französischen Luftstreitkräfte bei einer Zeremonie auf dem Gelände des Luftwaffenstützpunkts von Dijon Longvic

GEORGES GUYNEMER

Georges Guynemer wird am Sonntag dem 24. Dezember 1894 in Paris geboren. Sein Vater ist ein ehemaliger Offizier, seine Mutter entstammt einer Adelsfamilie. Seine ersten Kinderjahre verbringt der junge Georges auf Schloss Le Thuit (Andelys), und seine Jugend, in der seine Mutter, seine beiden älteren Schwestern und eine deutsche Gouvernante sich liebevoll um ihn kümmern, verläuft sorglos.  Aufgrund seiner eher schwachen Gesundheit hält er sich regelmäßig in der Schweiz und in Südfrankreich auf. Er hegt eine Vorliebe für das Fechten, läuft gerne Rollschuh und interessiert sich für alles, was mit Technik zu tun hat. 1903 lassen sich die Guynemers in Compiègne nieder, wo Georges die Schule besucht und sich auf sein Studium an der Polytechnischen Schule Saint Stanislas in Paris vorbereitet. Die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts bringen auch den Durchbruch in der Fliegerei mit sich. Mehrere französische Piloten leisten Beeindruckendes (Santos-Dumont, Henri Farman, Louis Blériot). Guynemers Neugier ist geweckt, und er bringt seinem Vater gegenüber den Wunsch zum Ausdruck, Pilot zu werden.  1912 erhält er seine Lufttaufe.

Georges Guynemer
Kommandeur Georges Guynemer, auch 'As des As' ('Ass der Asse') genannt
Foto: © L’Illustration, 1916
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Ausbildung

Georges Guynemer möchte bei Kriegsausbruch in die Armee eintreten, jedoch wird er aufgrund seiner eher schwachen Gesundheit zweimal abgelehnt.
Dennoch nimmt er sich vor, Pilot zu werden, wobei sein unglaubliches Durchsetzungsvermögen, und außerdem die Unterstützung seines Vaters und das Verständnis des Kommandanten der Militärflugschule in Pau, dazu beitragen, sein Ziel zu erreichen.
Ende 1914 wird Guynemer, begleitet von seinem Vater, bei Kommandant Thierry vorstellig. Doch auch dieser kann und will Guynemers Wunsch, bei den Luftstreitkräften zu dienen, nicht erfüllen.
Als der junge Guynemer das Büro des Kommandanten verlässt, weint er. Der Kommandant ist von diesem jungen Studenten, der seinem Land unbedingt dienen möchte, so beeindruckt, dass er seine Entscheidung überdenkt und einwilligt, Guynemer eine Flugzeugmechanikerlehre anzubieten. Da er jedoch weder ein ärztliches Attest noch eine militärische Ausbildung vorweisen kann, kann er nur als Hilfskraft eingestellt werden. In seiner Freizeit beschäftigt sich Guynemer ausgiebig mit allem, was mit Mechanik zu tun hat. Als der Kommandant am 21. Januar 1915 erfährt dass 100 neue Rekruten zu Piloten ausgebildet werden sollen, setzt er Guynemers Namen auf die Rekrutenliste, obwohl er die hierfür erforderlichen Dokumente nicht vorlegen kann. Schon am Morgen darauf kann Guynemer an der Flugschule in Avord mit seiner theoretischen und praktischen Ausbildung beginnen. Obwohl er zwei Ausbildungsflugzeuge zu Schrott fliegt, erhält er schließlich seinen Militärpilotenflugschein. Der Gefreite wird als Pilot an die Front geschickt, wo er bei der "Escadrille M.S (Morane-Saulnier) 3" in Vauciennes dient.

Georges Guynemer
Guynemer an Bord des Nieuport XB-Einsitzers. Achten Sie auf die Leine, mit dem er sein Lewis-Gewehr bedienen musste
Foto: © L’Illustration, 1916

Der Pilot

Seinen ersten Luftsieg erringt Guynemer am 19. Juli 1915. Im Februar 1916 wird er zum Fliegerass ernannt, eine Auszeichnung, die ein Pilot in Frankreich nach fünf Luftsiegen erhält.
Guynemer nimmt insgesamt an mehr als 600 Luftkämpfen teil, wird selbst sieben Mal abgeschossen, wobei er jedoch jedes Mal überlebt, und erringt, neben 32 nicht bestätigten Siegen über feindlichem Gebiet, 53 offizielle Siege.
Am 8. Februar 1917 an Bord einer SPAD VII gelingt es ihm als erster Pilot der Alliierten, gemeinsam mit André Chainat, einen schweren deutschen Bomber (Gotha G.III°) abzuschießen.
Am 18. Februar 1917 wird er Hauptmann und am 11. Juni jüngster Offizier in der Ehrenlegion der französischen Armee. Am 4. September rückt er an die Spitze des Geschwaders, jedoch machen Probleme an seinem Flugzeug ihn nervös und angespannt. Seine Stimmung erreicht einen Tiefpunkt, auch weil sein Vorgesetzter ihm vorschlägt, ihn als Ausbilder vom Schlachtfeld wegzuholen.

Georges Guynemer
13. Mai 1916: Guynemer trägt die Fahne der französischen Luftstreitkräfte bei einer Zeremonie auf dem Gelände des Luftwaffenstützpunkts von Dijon Longvic

Sein letzter Flug

Am Montag dem 11. September 1917 um 8.25 Uhr, hebt Guynemer in Saint-Pol-sur-Mer mit seiner SPAD ab, um die Schlachtfelder von Westhoek zu erkunden. In der Nähe von Poelkapelle stürzt er jedoch ab. Die genauen Umstände des Absturzes werden für immer ein Rätsel bleiben. Sicher ist, dass er sich einen Luftkampf mit deutschen Zweisitzern liefert und dabei getroffen wird. Sein Flugzeug setzt vor der Albatros des deutschen Kurt Wissemann zum Sturzflug an und stürzt dabei ab.  Das deutsche Oberkommando erklärt später, Wissemann habe ihn abgeschossen.

Georges Guynemer
Guynemer fliegt viele Flugzeuge, die alle den Namen 'Le vieux Charles' ('Der alte Karl') tragen. Er verleiht ihnen den Namen und ändert ihn nie.
Foto: © Das Museum de l'air et de l'espace in Bourget

MÖCHTEN SIE MEHR ÜBER GEORGES GUYNEMER ERFAHREN?

Über Georges Guynemer, der als nationales Symbol Frankreichs gilt während des ersten Weltkriegs, wurden zahlreiche Bücher geschrieben und Dokumentationen verfasst.
Wenn Sie weitere diesbezügliche Informationen wünschen, empfehlen wir Ihnen folgende Publikationen:

  • Die Zeitschrift "ICARE", die im Jahrgang 1967 und 1987 Guynemer gewidmet ist.
  • Ausgabe von "Service Historique" : "Guynemer, un mythe, une histoire", 1977, anlässlich einer Ausstellung in Paris.
  • "Vie Héroïque de Guynemer" von Henry Bordeaux.
  • "Guynemer et ses avions, du spad… au mirage", Autor: Myrone N Cuich.
  • "Un as pour parrain" (2016), eine Sonderausgabe anlässlich des 100. Jahrestages des Tragens der 1. Fahne der militarischen Luftstreitkräfte durch Guynemer auf dem Gelände des Luftwaffenstützpunkts von Dijon.  Autor: Frédéric Lafarge, ehemaliger Delegierter für historisches Erbe der Basis 102"Longvic-Dijon".
  • "Een late krans voor Guynemer" (2011), Autor Luc Vanacker
  • http://www.fayard.fr/georges-guynemer-9782213677637

 

Links

www.langemark-poelkapelle14-18.be www.chocolatnanny.be

ÖFFNUNGSZEITEN : PAVILLON

  • Der Guynemer Pavillon kann man schon ab dem 17. März 2018 besuchen.
  • mittwochs bis samstags von 10 Uhr bis 18.30 Uhr
  • die ersten beiden Sonntage im Monat von 10 Uhr bis 17 Uhr
  • an den anderen Sonntagen des Monats von 10 Uhr bis 12.30 Uhr und nachmittags nur nach Vereinbarung und in Begleitung eines geschulten Fremdenführers

PREISE : PAVILLON

INDIVIDUEEL ab 6 Jahre5,00 EUR

IN GRUPPEN ab 10 Personen4,50 EUR
  ab 30 Personen4,00 EUR

FREMDEN-
FÜHRER
pro Führung 40,00 EUR

Georges Guynemer
Guynemer fliegt viele Flugzeuge, die alle den Namen 'Le vieux Charles' ('Der alte Karl') tragen. Er verleiht ihnen den Namen und ändert ihn nie.
Foto: © Das Museum de l'air et de l'espace in Bourget